Steigflug und Sinkflug (6-Kanal)

Pitchgesteuerter 6-Kanalhelikopter mit flexiblem Pitch

Bei pitchgesteuerten Helikoptern erfolgt die Steuerung des Auftriebs durch eine Veränderung des Anstellwinkels der beiden Rotorblätter. Die Drehzahl des Rotors bleibt dabei im Idealfall konstant. Die Änderung des Anstellwinkels der Hauptrotorblätter erfolgt durch Verbindungsgestänge zwischen Rotorblätter und Taumelscheibe. Durch das Anheben und Senken der Taumelscheibe kann der Pitch der Rotorblätter verändert werden. 6-Kanal Helikopter können in zwei Flugmodi, dem Normalflugmodus und dem 3D-Kunstflugmodus betrieben werden. Die Umschaltung erfolgt durch einen Schalter an der Fernsteuerung.


Normalflugmodus (Rundflug und Schwebeflug)

Der Normalflugmodus eignet sich für den einfachen Rund- und Schwebeflug. Bei pitchgesteuerten Helikoptern liegen Gas und Pitch auf dem gleichen Steuerknüppel. Wird der Steuerknüppel nach oben bewegt, erhöht sich das Gas (Abb.1), gleichzeitig ändert sich auch der Anstellwinkel (Abb.2) der Hauptrotorblätter.

Dadurch erhöht sich der Auftrieb (Schub) der durch die Rotorblätter erzeugt wird. Der Helikopter beginnt zu steigen. Ist der Auftrieb genauso groß wie die Schwerkraft die nach unten wirkt, befindet sich der Helikopter im Schwebeflug. Dieser liegt bei ca. 60 % der maximalen Motorleistung und bei ca. + 5 Grad Pitch der Rotorblätter. Wird der Pitch weiter erhöht, wird dadurch auch der Luftwiderstand größer, gegen den die Rotorblätter ankämpfen müssen. Deshalb wird gleichzeitig das Gas (Motorleistung) erhöht um die Drehzahl des Rotors konstant zu halten.

Idealerweise sollte der Zeitpunkt bei dem der Helikopter zu Schwimmen (Zeitpunkt des Abhebens) beginnt, in Mittelstellung des Gasknüppels liegen. Der Schwebeflug liegt knapp über der Mittelstellung.

Kunstflugmodus für Profis

Im 3D-Kunstflugmodus können spektakuläre Flugfiguren wie Loopings, Rollen, Turns und sogar über Kopf geflogen werden. Der Helikopter wird immer im Normalflugmodus gestartet. In den Kunstflugmodus darf erst umschaltet werden, wenn sich der Gasknüppel im Normalflugmodus in der mittleren Position oder darüber befindet. Beim Umschalten in den Kunstflugmodus geht der Rotor sofort auf Vollgas. Deshalb braucht der Rotor eine Vorlaufgeschwindigkeit (> 50 % Gas) damit der Motor nicht überlastet wird.

Auch im Kunstflugmodus liegen Gas und Pitch auf dem gleichen Steuerknüppel. Beim Gas geben erhöht sich der Anstellwinkel (Abb. 2) der Hauptrotorblätter. Dadurch wird ein nach oben gerichteter Schub (Auftriebskraft) erzeugt. Mit einer Erhöhung des Anstellwinkels der Hauptrotorblätter nimmt auch der Luftwiderstand der auf die Rotorblätter wirkt zu. Dieser zusätzliche Kraftaufwand wird mit einer Leistungszunahme des Motors (Abb.1) kompensiert, damit die Drehzahl des Rotors nicht einbricht.

Der Helikopter wird im Kunstflugmodus nur über eine Pitchänderung gesteuert, der Rotor bleibt dabei idealerweise konstant auf voller Drehzahl. Im Gegensatz zum Normalflugmodus befindet sich bei 0 Grad Pitch der Gasknüppel nicht in der unteren Position, sondern in der mittleren Stellung.

Wenn der Gasknüppel von der Mittelstellung maximal nach oben oder unten bewegt wird, ändert sich dabei der Pitch in beide Richtungen (Abb.3) um den gleichen Betrag. In der oberen Stellung des Steuerknüppels ca. +10 Grad, in der unteren Stellung ca. -10 Grad. Entsprechend nimmt auch die Motorleistung (Abb.1) in beide Richtungen um den gleichen Betrag zu, um den zunehmenden Luftwiderstand bei der Pitchänderung zu kompensieren.

Der Schwebeflug liegt bei ca. +5 Grad Pitch. Der Steuerknüppel befindet sich dabei ca. 50 % über der mittleren Position. Da sich der Pitch in beide Richtungen um den gleichen Betrag ändert, ist im Kunstflugmodus auch ein Rückenflug möglich. Dabei kehren sich die Steuerbefehle um.

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